Das Wesen der Pflanzen ist der Schlüssel zur Heilkraft

Spagyrik ist die alchemistische Weise Pflanzen aufzubereiten. Die Bezeichnung „Spagyrik“ (aus dem Griechischen spao = „trennen“ und ageiro = „vereinigen, zusammenführen“) ist ein von Paracelsus eingeführter Begriff zur Herstellung von Arzneimitteln. Spagyrika sind demnach Arzneimittel, die auf Basis der alchemistischen bzw. spagyrischen Erkenntnissen hergestellt werden. Als Ausgangsmaterial für Spagyrika kamen sowohl pflanzliche als auch mineralische und animalische Stoffe zur Verwendung.
„Die Spagyrik begreift das Wesen der Pflanzen. Denn man darf nicht nur die Inhaltsstoffe sehen, sondern muss auch auf die Zeichen der Natur achten“, erklärt Heilpraktikerin Sandra Zieger und führt ein Beispiel an: „Die Blätter der Brennnessel sind an der Unterseite rot. Auch der mit Brennnessel-Blättern aufgebrühte Tee wird rot. Das ist ein Zeichen dafür, das Eisen enthalten ist.“
Soweit zu einem der pflanzlichen Inhaltsstoffe. In der Spagyrik wiederum ist das aus der Brennnessel gewonnene Mittel ein Mittel zur Abgrenzung. So sie die Brennhaare der Pflanze, die eine abwehrende Wirkung haben.
„Die Pflanze ist ein Wesen mit Körper, Geist und Seele. Durch das Trennen der Dreiheit befreit man die wahre Heilkraft der Pflanze durch Veränderung“, führt Sandra Zieger aus. Somit ist die Gestalt der Schlüssel zur Heilkraft der Pflanzen.
Ein weiteres Beispiel: Die Zweige der Birke sind äußerst biegsam, der Baum hat eine hohe Flexibilität. In der Spagyrik unterstützt die Birke die Flexibilität in Körper, Seele, Geist und vermittelt das Gefühl von Anmut und Schönheit – äußerlich sichtbar gemacht durch die herzförmigen Birkenblätter. Der silbrig-weiße Stamm entspricht außerdem der Mond-Verbindung; und genau wie dieser zieht auch die Birke Wasser – auch im Körper. „Birkenblättertee schwemmt aus. Ein steifer, starrer Mensch sollte Birkenblättertee trinken, um die ihm fehlende Flexibilität zu verbessern. Das tut auch bei einer steifen Wirbelsäule gut! Veraschte Birkenrindenkohle wirkt außerdem bei Hautekzemen – man beachte dabei den Bezug zur rissigen Birkenrinde.“
Ein beeindruckendes Beispiel ist auch das Gänseblümchen. Es symbolisiert Reinheit, Freude, Kindlichkeit und weckt wohl in jedem Kindheitserinnerungen. Sandra Zieger meint: “Eine zarte Pflanze mit hoher Widerstandsfähigkeit und ein der wenigen Blumen, die ein ganzes Jahr blühen.“