Jedes Heilkraut hat seine eigene Sprache

Etwas abgehoben hört es sich ja schon an, was die Passauer Pflanzenexpertin und Heilpraktikerin Sandra Kunz in ihrem Buch „Botschaften aus dem Pflanzenreich – Heilpflanzen erzählen”, das gerade erschienen ist, schreibt. „Jedes Heilkraut hat eine eigene Symbolik und Sprache. Wer ,zuhört’ kann die Botschaft verstehen und erfährt die Geheimnisse der Pflanzenwesen.”
Wie kamen Sie auf die Idee zu diesem Buch?
Ich wollte die Pflanzen in ihrer Ganzheit kennen lernen. Außerdem bekomme ich seit etwa eineinhalb Jahren Botschaften von Pflanzen bei meinen Meditationen übermittelt.

Welcher Art sind diese Botschaften?
Die Pflanzen reden darüber, warum sie da sind. Nämlich um uns zu heilen oder Linderung zu verschaffen auf körperlicher Ebene ebenso wie auf seelischgeistiger.

Das klingt alles äußerst unrealistisch und unglaubwürdig. Ein gefundenes Fressen für Skeptiker?
Das sehe ich gar nicht so. Schon Hildegard von Bingen erlangte ihr Wissen über Pflanzen durch Eingebungen. Wenn wir in der Gruppe meditieren erlebt jeder etwas Eigenes. Abschließend tauschen wir uns aus und es passt immer zusammen. Außer jemand hat ein eigenes Thema, dann kriegt er auch die dazu passende Botschaft. Kräuter-Fachleute sind oft skeptisch, weil sie sich den Pflanzen nur auf naturwissenschaftlicher Weise nähern. Nicht selten sind sie dann ganz erstaunt über die Botschaften.

Geben Sie bitte ein paar Beispiele zur Kommunikation mit Heilpflanzen.
Die Engelwurz etwa spricht viel von seelischer Wirkung. Die Ringelblume dagegen ist mehr körperlich. Und bei der Meditation mit Giftpflanzen wie die Christrose muss man stark sein, weil die Pflanzen ein intensives Wesen haben, die einen auch vereinnahmen können und man möglicherweise Symptome bekommt. Am besten fängt man die Kommunikation erst einmal mit bodenständigen Pflanzen wie das Gänseblümchen, den Spitzwegerich, dem Gundelkraut oder dem Löwenzahn an.

Was ist Ihr Anliegen?
Ich möchte altes Wissen wieder in unserer modernen Zeit integrieren und es dabei aber nicht nur blind übernehmen. Denn eine Pflanze kann oft mehr, als wir gemeinhin wissen. So wie ein Mensch, dessen Wesen sich auch nicht nur auf eine Eigenschaft reduzieren lässt. Ich möchte, dass die Natur wieder zu unserem Lehrmeister wird und wir ihre Sprache verstehen. Das war auch der Grundsatz von Paracelsus, er begründete die Signaturenlehre um uns zu lehren, die Zeichen der Natur verstehen.

Ich möchte die Pflanze kennen lernen!”

Wie bereitet man sich auf eine Pflanzenmeditation vor?
Zuerst wähle ich eine Pflanze aus, mit der ich die Meditation durchführen will. Dabei ist es sinnvoll, die Pflanze vor Ort zu haben und außerdem einen Teeauszug oder eine Tinktur, einen Presssaft, das ätherische Öl der Pflanze usw. In einem ruhigen Raum mit sanfter Hintergrundmusik, mit brennenden Kerzen und einer Duftlampe mit dem ätherischen Öl der Pflanze tritt man am besten mit der Pflanze in Kontakt.

Sie stellen selbst Salben, Cremes, Extrakte, Fluids und ätherische Öle für sich her. Welche Verwendung haben Sie dafür?
Mein Anspruch ist weniger der pharmakologische Aspekt. Vielmehr möchte ich die Pflanze kennen lernen und viel von ihr erfahren. Damit dies geschieht ist es gut, die Pflanze zu verarbeiten. Für die Meditation ist es mir egal, wie viel tatsächlicher Wirkstoff in der Salbe vorhanden ist und ob es sinnvoll ist, eine Salbe etc. aus dieser Pflanze herzustellen. Vielmehr lasse ich mich von meiner Intuition leiten. Häufig entstehen dadurch letztlich Mittel, die vor allem auf energetischer Ebene wirken und von mir zur Vorbeugung genutzt
werden können. Die Informationen aus der Pflanzenbotschaft ersetzen aber natürlich keinen Arztbesuch!

Haben Sie eine Lieblings-Heilpflanze?
Der Heilziest – der gerade hier in Passau so oft vorkommt – ist meine Lieblingspflanze. Er hat eine sehr vielfältige Wirkweise. Ich konnte u.a. gute Erfolge bei Angstattacken, Bettnässen, Asthma und Nabelbruch beobachten. Im Mittelalter priesen die Mediziner die Pflanze als Allheilmittel und gaben sie dann, wenn sie nicht mehr weiter wussten und mit ihrem Latein am Ende waren. So stellt der Heilziest für mich einen Schlüssel dar, in das nicht Erklärbare. Denn seine Wirkweise ist nicht wissenschaftlich nachvollziehbar aber dennoch da und das zählt für mich letzten Endes.