Heilpraktikerin Sandra Kunz über den richtigen Umgang mit Kräutern und wie man Qualität erkennt

"Der erste Aufguss schmeckt bitter wie das Leben, der zweite süß wie die Liebe und der dritte sanft wie der Tod“, sagen die Tourek in Ägypten über den Tee. Hier in Europa hat das Heißgetränk vor allem jetzt zur kalten Jahreszeit Hochkonjunktur. Warum das so ist und was es beim Teegenuss zu beachten gibt, verrät die Passauer Heilpraktikerin und Gründerin der Kräuterschule, Sandra Kunz.
„Ich bin der Überzeugung, dass die Teezubereitung so alt ist wie der Mensch selbst – denn seit der Mensch Wasser erhitzt, wurden darin auch Auszüge angesetzt“, sagt Sandra Kunz. Im Laufe der Zeit wurde aus einfachem Teekochen vielerorts eine richtige Zeremonie, vor allem in Asien, aber auch in England. „In Ägypten habe ich selbst wunderbare Teezeremonien erlebt. Sie verwenden ausschließlich heimische Teekräuter aus verschiedenen Minzarten, geben sehr viel Zucker in den Tee und trinken ihn in kleinen Gläsern.“ Auch die Beduinen im Sinai haben ein Ritual, erzählt die Heilpraktikerin: „Nach der kühlen Nach und dem Beenden des Morgengebetes das warme Glas in der Hand zu halten, aufzuwachen, den Duft des Tees und die Wärme in der Magengegend zu genießen. Herrlich.“
Damit die Teezeremonie auch zu Hause gelingt, hat Sandra Kunz einige Tipps für die PNP - Leser: „Gute Teekräuter erhält man in Apotheken, Naturkost- und Biomärkten und in Kräuterläden.“ Beim Kauf sollte man auf bestimmte Qualitätsmerkmale achten: „Lose Teekräuter bevorzugen, am besten sind große lockere Kräuter, denn in ihnen sind die ätherischen Öle und Inhaltsstoffe bewahrt“, rät Sandra Kunz. „Bei fein zerriebenen Tees und auch bei Beutel - Tees sind bereits viele wertvolle ätherische Öle verloren gegangen.“ Aufbewahren sollte man den Tee stets in dunklen Gefäßen: „Sehr gut sind Gefäße auch Holz oder Glas.“
Erst kurz vor dem Überbrühen mit kochendem Wasser sollte man die Kräuter mit der Hand zerdrücken: „So werden die vielen Aromen frei.“ Von aromatisierten Teekräutern und –mischungen rät sie ab: „Es handelt sich hier nicht um die natürlichen Aromen der Kräuter, sondern um naturidentische oder sogar synthetische Aromen, die oft das Eigenaroma einen guten Tees überlagern.“
Ein Glassieb beim Übergießen mit kochendem Wasser transportiere den Geschmack am besten, auch chlorfreie Baumwollsäckchen seien geeignet. „Eine Glaskanne zeigt den besonderen Prozess des Ausziehens der Teekräuter – so bekommt man den Bezug zum Tee, zur Farbe. Ich finde das immer wieder spannend“, sagt Sandra Kunz und rät: „Gerade bei Teekräutern mit viel ätherischen Ölen wie Melisse, Pfefferminze, Salbei oder Kamille sollte man immer einen Deckel auf die Kanne setzen. So fängt man den maximalen Geschmack ein.“
Dann heißt es, etwas Geduld zu haben: Je nach Teekraut lässt man den Tee zwischen 5 und 15 Minuten ziehen. „Gerade zu blütenreichem Tee passt als Süßungsmittel Honig, denn die Biene und die Blüten stehen auch in der Natur in einer engen Symbiose.“

Kräuterpunsch
Sandra Kunz hat einen wärmenden Tipp für die kalte Winterzeit: Kräuterpunsch. „Schmeckt herrlich gut und wärmt Körper und Seele“, weiß die Heilpraktikerin.

So geht`s:
In einem Topf einen halben Liter Wasser aufkochen, 4 Zimtstangen und 1 Ingwerstück hineingeben. Dann einen Tee bereiten aus einem halben Liter Wasser, 2 Esslöffeln Brennnesselkraut und 2 Esslöffeln Pfefferminzblättern, zehn Minuten ziehen lassen. Danach den Tee zum Zimt-Ingwer-Wasser und noch 150 Milliliter Johannisbeersirup gießen und etwa 100 Milliliter Rotwein dazugeben, Honig nach Geschmack.