Die Früchte oder Blätter vieler Bäume können uns nähren, aber auch heilen

Der Baum ist ein Symbol für das Leben und wurde als machtvolle Repräsentation des Pflanzenreichs oft kultisch als Sinnbild göttlicher Wesenheiten oder Aufenthaltsort göttlicher Mächte verehrt. Doch Bäume können uns auch nähren und gesund machen.

Nehmen wir etwa die Linde. Früher waren Linden Thingplätze und wurden von den Heiden verehrt. Heute wird Lindenblütentee vor allem bei Erkältungskrankheiten zu Schwitzkuren bei grippalen Infekten verordnet. Aber sie kann noch mehr, wie Heilpraktikerin und Kräuterexpertin Sandra Kunz schildert: „Lindenblüten werden in der Naturheilkunde bei Entzündungen verordnet. Ebenso bei Verdauungsbeschwerden, bei Schlafstörungen, Husten, Gelenkschmerzen und vielem mehr.” Und sie verrät gleich noch ein altes, schweißtreibendes Rezept: „Lindenblüten, Holunderblüten, Weißdornblüten und Kamillenblüten zu gleichen Teilen mischen. Drei Teelöffel mit einem halben Liter heißem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen.”
Überhaupt kann Holunder stärkend auf das Immunsystem und wirken und sowohl vorbeugend als auch bei bestehenden Erkältungen und Ohrenschmerzen (Teesäckchen in heißes Wasser legen, ausdrücken und auf das kranke Ohr platzieren) helfen.

Oder die Hexenhasel (Hamamelis) – auch als Zaubernuss bekannt – die im Osten Nordamerikas beheimatet ist. Die Hamamelis wird heute vorwiegend äußerlich eingesetzt. Wegen ihres hohen Gerbstoffgehalts konnten etwa Erfolge bei äußeren Hämorrhoiden, Krampfadern und Hautentzündungen – also bei Erschlaffungen im venösen System – beobachtet werden. Ein wohlriechendes Extrakt aus ätherischen Ölen der Hamamelisblüte wird in der Kosmetik eingesetzt.

Aus den Blüten des Ahorns zum Beispiel lässt sich äußerst Schmackhaftes herstellen: Ahornblüten auf Rosinen-Joghurt- Dressing oder auch Griechischer Ahornsalat. Ahorn ist jedoch nicht nur gut für den Gaumen. Die Flavonoide, die im Ahorn enthalten sind, können gegen Schwellungen wirken oder den Juckreiz etwa nach Insektenstichen lindern; aber auch bei geschwollenen Augen oder müden Füßen sollen sie helfen.
Die Walnuss soll dagegen besonders hilfreich wirken bei Ekzemen, Ausschlägen, Herpes oder auch Akne. In ihren Blättern sind Gerbstoffe enthalten, die das Blut reinigen und damit helfen können, die Leber, Nieren, den Darm, die Blase aber auch die Haut von Giftstoffen zu reinigen.

Oder auch die Korbweide. „Sie kann hilfreich sein bei fieberhaften Erkrankungen, Kopfschmerzen oder auch rheumatischen Beschwerden und das Immunsystem stärken. Außerdem ist eine Schlaf fördernde Pflanze, die auch die Fruchtbarkeit anregen soll. Zudem soll sie bei grippalen Infekten und bei Schüttelfrost helfen. Sandra Kunz informiert: „Der Aspirin-Wirkstoff Salicylsäure etwa kommt in natürlicher Form in der Weide vor.”

Die Buchenrinde wiederum kann fiebersenkend und antiseptisch wirken und wird bei Atemwegserkrankungen eingesetzt. Ein besonderes Kraftpaket ist der Wacholder. Er ist gut bei Erkältung und Bronchitis. Neben Flavonoiden, Harzen und dem Bitterstoff Juniperin finden sich auch ätherische Öle im Wacholder, die wohltuend auf unseren Körper wirken können.

Bei Aften oder Entzündungen im Mundraum können die Wirkstoffe der Eiche helfen. Auch hier hat Sandra Kunz ein hilfreiches Rezept: „2 Esslöffel getrocknete Eichenrinde (aus der Apotheke) mit 500 ml Wasser zwanzig Minuten lang kochen. Danach den Sud gut filtern und damit mehrmals am Tag die Wunden betupfen.” – tat –