Passauer Kräuter in aller Munde - und im TV Eine neue Kräuterschule landet mit Veilchen-Prosecco, Kräuterkrapferl und Gänseblümchensalbe live im BR

Dank telegenen Koch-Größen wollen heutzutage immer mehr Jungendliche Koch werden. Dank Rückbesinnung auf wahre Werte gewinnen Kräuter in Küche und Medizin wieder zunehmend Einfluss. In Passau kam es gestern zu einer gelungenen Mischung dieses Trends: Im Küchenstudio Elsinger haben Mitglieder einer Passauer Kräuterschule Frischgesammeltes in Haubenkochmanier verarbeitet, was dem Bayerischen Fernsehen abends kurz vor und nach 18 Uhr zwei Live-Schaltungen in der Abendschau wert war.
Die kredenzte Menüfolge gereicht wohl jedem Edelrestaurant zur Ehre: Brennesselsuppe, Kräuterkrapferl aus Löwenzahn, Bärlauch, Wildem Thymian, Vogelmiere und Schafgarbe an grüner Sauce sowie als Begleitung einen Wildkräutersalat mit Giersch und Labkraut. Nicht zu vergessen den Duftveilchen-Prosecco, den es als Aperitif zum Einstieg gab.

Das kräuterlastige Menü war quasi auch der werbewirksame Einstieg der neuen Kräuterschule, die Heilpraktikerin Sandra Zieger Ende Februar ins Leben gerufen hat (www.kraeuterschule-passau.de). In einem zwölfteiligen Kurs können Teilnehmer einmal pro Monat den ?lick für die Natur schärfen und Wissenswertes erfahren über das, was da in und um Passau am Wegesrand steht und wie man es nutzen kann. Und wie kam es zu der flotten Resonanz aus München? „Die haben davon übers Internet erfahren und mich gleich angerufen“, frohlockt die 32-jährige Schulleiterin.
Die Live-Schaltungen sind Bestandteil des neuen, seit Oktober 2007 umgesetzten Sendekonzepts. „Die Abendschau schaltet unter dem Motto ´Näher dran´ täglich mehrfach live in die bayerischen Regionen“, ließ Aufnahmeleiter Thomas Bauer gestern am Rande der Sendung wissen. Neben aktuellen Infos steht dabei vor allem viel Service im Vordergrund.

Dem TV-Team, das mit 14 Mitarbeitern in fünf Fahrzeugen angerückt war, wollte man dann freilich entsprechend Nichtalltägliches bieten. Zu neunt waren Damen um Sandra Zieger gestern ab 9 Uhr bei Temperaturen um den Gefrierpunkt unterwegs, um an Ilz-Hängen die natürlich gewachsenen Zutaten zu sammeln. Bereits bei diesen Aktivitäten war BR-Redakteurin Julia Schlegel auf Schritt und Tritt durch die halbverschneiten Privatwiesen und -wäldchen dabei.

Abends sollte dann via TV Wissenswertes über nährreiche und heilsame Naturprodukte erfahren werden. Den Heilfaktor von Gänseblümchensalbe und Johanniskrautöl zum Beispiel, die Anwendung von Kräutern bei Alltagsbeschwerden oder den Unterschied vom schmackhaften Bärlauch (ungiftig) zur Herbstzeitlosen (giftig). Bei der morgentlichen Sammelaktion bereits erfuhren die Kursteilnehmer von Sandra Zieger, „dass die Frühjahrskräuter gerade so strotzen vor Energie, vor Inhaltsstoffen und Vitaminen – mit denen man der Frühjahrsmüdigkeit optimal begegnen kann“. Mit dem gestern Gefundenen und der überregionalen Werbung dürften die Kursteilnehmerinnen genügend Energie bis zum Kräuterjahr-Ende im November getankt haben. Bis dahin stehen im Kurs u.a. noch Löwenzahnblüten-Tiramisu oder Brennessel-Pizza auf dem Speiseplan.