Anfang des Sommers prognostizierten Experten, dass das Jahr 2010 ein „Mückenjahr“ werde. Und tatsächlich sind durch den Wechsel von starkem Regen und warmem Wetter momentan besonders viele Blutsauger unterwegs, die uns die letzten warmen Sommertage gründlich vermiesen. Schon ihr aufdringliches Surren „Tsss“ geht den meisten Menschen auf die Nerven, verheißt es doch tagelang quälend juckende Stiche, wenn nicht gar allergische Quaddeln.

Natürliches „Autan“ aus der Apotheke
Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, den Plagegeistern zu entkommen – und das auf ganz natürliche Weise: „Es gibt eine Art natürliches Autan, das man sich in der Apotheke zusammenstellen lassen kann“, verrät die Passauer Heilpraktikerin und Inhaberin der Kräuterschule, Sandra Kunz. Dazu benötigt man zu gleichen Teilen je zehn Milliliter Rainfarn und Lorbeertinktur, fünf Tropfen ätherisches Lavendelöl, fünf Tropfen Pfefferminzöl, drei Tropfen Salbeiöl. Das Ganze wird mit Quellwasser auf 50 Milliliter aufgefüllt. „Es riecht zwar sehr intensiv, schützt aber gut vor Mücken“, weiß Sandra Kunz. Ein weiteres Mittel, mit dem sich Mücken und Bremsen verjagen lassen, ist ebenso einfach wie wirksam: „Nehmen Sie die Blätter eines Walnussbaumes und reiben Sie sie auf die Haut. Das darin enthaltene ätherische Öl verjagt die Plagegeister“, rät Sandra Kunz. Jeder Einzelne kann sich aber auch mit Moskitonetzen, engmaschigen Fliegengittern am Fenster und heller, geschlossener Kleidung im Freien schützen. Die Stiftung Warentest hat in ihrem aktuellen Test 21 Anti-Mücken-Mittel untersucht und festgestellt, dass jedes dritte gut bis sehr gut abschneidet, einige aber auch völlig wirkungslos sind. Die besten halten Stechmücken und Bremsen bis zu acht Stunden fern. Glücklich darf sich schätzen, unter dessen Dach Mauersegler nisten. Während die Altvögel abwechselnd ihre zwei bis drei Eier bebrüten, durchkämmt derweil der andere auf der Suche nach in der Luft schwebenden Insekten und Spinnen den Himmel. Nachhelfen kann man, indem man den Vögeln geeignete Nistmöglichkeiten anbietet.
Die ätherischen Öle aus Zitronengras, Anis, Eukalyptus, Bergamotte oder Lavendel sind oft in Anti-Mücken-Kerzen enthalten, ein paar Tropfen des Öls in einer Duftlampe oder auf der Kleidung erzielen die gleiche abschreckende Wirkung. Ein Topf mit der jeweiligen Pflanze auf dem Fensterbrett bildet eine natürliche Mückenbarriere. Um Wespen vom Kaffeetisch im Garten fernzuhalten, genügen einige Zitronenscheiben, die mit Gewürznelken bespickt sind.

Speichel unterstützt Heilung des Stichs
Trotz aller Abwehrmaßnahmen vergeht kein Sommer ohne dass es doch passiert. Bei allen Insektenstichen ist es im ersten Schritt sinnvoll, die Haut zu kühlen. Das kann zum Beispiel mit einem Eiswürfel, einem Klecks Joghurt oder Quark passieren, rät Heilpraktikerin Sandra Kunz. Auch Speichel kühlt und unterstützt die Heilung der Einstichstellen. Mit Essigwasser und Zitronen- oder Zwiebelscheiben, die auf den Stich aufgelegt werden, erzielt man ein ähnliches Ergebnis. Empfehlenswert gegen den Juckreiz sind außerdem Lavendel- und Teebaumöl.
„Sehr gut bewährt hat sich bei Mücken-, aber auch Bienen- und Bremsenstichen auch der Spitzwegerich oder Breitwegerich“, erklärt Sandra Kunz und fügt hinzu, dass man nur das Blatt zusammenrollen und den Saft ausquetschen muss, um ihn dann auf die betroffenen Hautstellen zu reiben. „Das nimmt den Juckreiz und beugt Entzündungen vor.“